Reifengrößen vergleichen: Abrollumfang, Tacho und was in den Papieren steht
Ein Reifenrechner beantwortet eine einzige, aber folgenreiche Frage: Was ändert sich am Auto, wenn eine andere Größe montiert wird? Die Größenbezeichnung auf der Flanke ist dabei kein Name, sondern eine Bauanleitung – aus ihr lassen sich Durchmesser, Umfang und Flankenhöhe auf den Zehntelmillimeter genau ausrechnen. Dieser Text zeigt, wie das geht, welche Zahlen tatsächlich wichtig sind, warum der Tacho bei größeren Reifen zu wenig anzeigt, und wo die weit verbreitete Toleranzregel endet und das Fahrzeugpapier anfängt.
Was der Reifenrechner berechnet
Der Rechner nimmt zwei Größenbezeichnungen und stellt sie Wert für Wert gegenüber: Außendurchmesser, Abrollumfang, Reifenbreite, Flankenhöhe, Felgendurchmesser, Bodenfreiheit und die Abweichung des Tachos. Alles davon folgt aus den vier Zahlen der Bezeichnung, nichts davon ist geschätzt. Was er nicht berechnen kann, steht weiter unten in einem eigenen Abschnitt, und diese Grenze ist wichtiger als jede der Zahlen.
Die Berechnung läuft vollständig im Browser. Nichts wird an einen Server gesendet, nichts wird gespeichert, und nach dem ersten Laden funktioniert der Rechner auch ohne Internetverbindung.
Wie eine Reifengröße gelesen wird
Nehmen wir 225/45 R17 94Y. Die erste Zahl ist die Nennbreite in Millimetern: 225. Die zweite Zahl ist kein Maß, sondern ein Verhältnis – der Querschnitt in Prozent der Breite. 45 bedeutet also, dass die Flanke 45 Prozent von 225 mm hoch ist, das sind 101,25 mm. Der Buchstabe R steht für die Radialbauart, die heute praktisch jeder Pkw-Reifen hat. Die 17 ist der Felgendurchmesser in Zoll.
Die Zahl 94 dahinter ist der Tragfähigkeitsindex und steht für 670 kg je Reifen, das Y ist der Geschwindigkeitsindex für bis zu 300 km/h. Beide gehen in die Geometrie nicht ein, sind bei einem Größenwechsel aber die zweite Hürde: Ein Reifen mit zu geringer Tragfähigkeit ist selbst dann unzulässig, wenn die Maße perfekt passen.
Von der Bezeichnung zum Durchmesser
Die Rechnung hat nur zwei Schritte. Zuerst wird der Felgendurchmesser von Zoll in Millimeter gebracht – ein Zoll sind exakt 25,4 mm. Dann kommt die Flanke zweimal dazu, oben und unten:
Außendurchmesser = Felge × 25,4 + 2 × (Breite × Querschnitt / 100)
Für 205/55 R16 ergibt das 406,4 mm für die Felge, 112,75 mm für die Flanke und damit 631,9 mm Außendurchmesser. Für 225/45 R17 sind es 431,8 mm, 101,25 mm und 634,3 mm. Die beiden Größen sehen völlig verschieden aus, unterscheiden sich im Durchmesser aber um 2,4 mm – deshalb sind sie füreinander die klassische Alternative.
Der Abrollumfang ist die Zahl, auf die es ankommt
Der Abrollumfang ist die Strecke, die das Rad bei einer Umdrehung zurücklegt. Geometrisch ist er π mal dem Außendurchmesser: bei 205/55 R16 also 1985,2 mm, knapp zwei Meter pro Umdrehung. Diese Zahl ist der Maßstab für alles, was ein Größenwechsel anrichtet – Tacho, Kilometerzähler, ABS, ESP und die Geschwindigkeitsregelung rechnen alle mit Radumdrehungen.
Der wirkliche Umfang ist etwas kleiner, weil der Reifen unter dem Gewicht des Fahrzeugs einfedert: gut drei Prozent, abhängig von Last, Luftdruck, Bauart und Geschwindigkeit. Der Rechner nennt diesen Wert als Näherung mit und macht damit auch deutlich, dass er eine Näherung ist. Für den Vergleich zweier Größen spielt der Unterschied ohnehin keine Rolle: beide Werte hängen linear vom Durchmesser ab, die prozentuale Abweichung ist in beiden Fällen dieselbe.
Warum der Tacho falsch geht, wenn der Reifen wächst
Ein Tachometer misst keine Geschwindigkeit, er zählt Radumdrehungen und multipliziert sie mit dem Umfang, für den er ab Werk abgeglichen wurde. Montiert man einen größeren Reifen, legt jede Umdrehung mehr Strecke zurück, als das Steuergerät annimmt. Das Ergebnis: Sie fahren schneller, als der Zeiger sagt.
Die Rechnung dazu ist einfach: tatsächlich = angezeigt × Umfang neu / Umfang alt. Wer von 205/55 R16 auf 225/55 R17 wechselt, vergrößert den Umfang um 7,5 Prozent. Bei Tacho 100 km/h sind es dann tatsächlich 107,5 km/h, und nach 1000 angezeigten Kilometern stehen rund 1075 wirklich gefahrene Kilometer im Wagen.
Was die Vorschrift zum Tacho wirklich verlangt
Für Tachometer gilt seit 1975 die EG-Richtlinie 75/443/EWG, heute in der UN-Regelung ECE-R39 fortgeführt. Sie schreibt zwei Dinge vor: Die angezeigte Geschwindigkeit darf nie unter der tatsächlichen liegen, und sie darf höchstens 110 Prozent der tatsächlichen Geschwindigkeit plus 4 km/h betragen. Bei echten 100 km/h sind also Anzeigen zwischen 100 und 114 km/h zulässig.
Genau deshalb lassen Hersteller den Tacho absichtlich vorgehen. Der Spielraum liegt vollständig auf der sicheren Seite. Ein größerer Reifen verbraucht diesen Vorlauf, und wenn er groß genug ist, zeigt der Tacho irgendwann weniger an als gefahren wird. Das ist die Richtung, die die Vorschrift ausdrücklich nicht erlaubt. Ein kleinerer Reifen ist in dieser Hinsicht unkritisch: Der Tacho geht dann noch weiter vor, der Kilometerzähler allerdings auch.
Die Toleranz von −2,5 % bis +1,5 % und was sie nicht bedeutet
In fast jedem Reifenforum steht dieselbe Regel: Der Abrollumfang darf um −2,5 Prozent bis +1,5 Prozent vom Originalreifen abweichen. Die Regel ist sinnvoll und der Rechner benutzt sie auch als Ampel. Sie ist aber kein Gesetz. Es gibt in der StVZO keinen Paragraphen, der eine Prozentgrenze für den Abrollumfang nennt.
Die Asymmetrie erklärt sich aus dem Abschnitt davor. Nach unten darf mehr abgewichen werden als nach oben, weil ein kleinerer Reifen den Tacho in die unbedenkliche Richtung verschiebt. Die Regel ist also keine Willkür, sondern eine Faustformel, die die Tachovorschrift auf den Reifen überträgt.
Was tatsächlich zählt, steht in den Fahrzeugpapieren
Rechtlich entscheidend ist nicht die Prozentzahl, sondern die Freigabe. Welche Reifengrößen an einem Fahrzeug gefahren werden dürfen, steht
- in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 15.1 und 15.2,
- in der CoC-Bescheinigung (EG-Übereinstimmungsbescheinigung) unter den Ziffern 32 und 50,
- oder in einem Gutachten, mit dem die Größe nach § 19 StVZO bei TÜV oder DEKRA eingetragen wird.
Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Reifenhersteller waren lange ein gangbarer Weg, sind aber kein amtliches Dokument im Sinne der StVZO und werden deshalb zunehmend zurückhaltend anerkannt. Eine Größe, die rechnerisch perfekt passt, aber nirgends freigegeben ist, bleibt unzulässig, mit allen Folgen für Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz.
Der Tragfähigkeitsindex und seine merkwürdige Reihe
Der Tragfähigkeitsindex ist die Zahl vor dem Geschwindigkeitsbuchstaben. Sie sieht willkürlich aus, ist es aber nicht. Die Reihe ist geometrisch angelegt und verzehnfacht die Tragfähigkeit über achtzig Stufen. Von LI 50 mit 190 kg bis LI 130 mit 1900 kg. Jede Stufe bedeutet also rund drei Prozent mehr.
| Index | kg je Reifen | Index | kg je Reifen |
|---|---|---|---|
| 82 | 475 | 95 | 690 |
| 84 | 500 | 97 | 730 |
| 87 | 545 | 99 | 775 |
| 91 | 615 | 101 | 825 |
| 94 | 670 | 104 | 900 |
Der Index darf beim Wechsel nicht unter den Wert fallen, der für das Fahrzeug vorgeschrieben ist. Nach oben ist er unkritisch: ein stärkerer Reifen ist immer erlaubt, kostet aber Komfort.
Der Geschwindigkeitsindex und der Sonderfall H
Der Buchstabe hinter dem Tragfähigkeitsindex nennt die zulässige Höchstgeschwindigkeit: T sind 190 km/h, H sind 210, V sind 240, W sind 270 und Y sind 300 km/h. Wer die Reihe aufschreibt, stolpert über eine Merkwürdigkeit: Nach S (180), T (190) und U (200) müsste V kommen – es kommt aber erst H mit 210 km/h.
Das ist kein Fehler, sondern ein historischer Rest. H war lange der einzige Buchstabe für schnelle Reifen, bevor die durchgehende Reihe eingeführt wurde. Beim Einsortieren behielt er seinen Geschwindigkeitswert und landete dadurch außerhalb der alphabetischen Ordnung. Der Rechner prüft diese Eigenheit in seinem Selbsttest ausdrücklich mit.
Warum 195 R 14 nicht unvollständig ist
An älteren Fahrzeugen und an Anhängern steht oft nur 195 R 14 auf der Flanke – die zweite Zahl fehlt. Sie fehlt nicht, sie ist die Vorgabe. Ohne Angabe gilt die 82er-Reihe, die Flanke ist also 82 Prozent der Breite hoch. Aus 195 R 14 wird damit 195/82 R 14 mit 159,9 mm Flanke und 675,4 mm Außendurchmesser. Der Rechner ergänzt den Wert selbst und weist im Ergebnis darauf hin.
Zollgrößen, C-Reifen und andere Sonderfälle
An Geländewagen ist eine ganz andere Schreibweise üblich: 31x10.50 R15 nennt die Maße direkt in Zoll – 31 Zoll Außendurchmesser, 10,50 Zoll Breite, 15 Zoll Felge. Umgerechnet sind das 787,4 mm Durchmesser und 266,7 mm Breite. Ein Prozentwert steht nicht dabei; er ergibt sich aus den beiden Maßen.
Ein C hinter dem Felgenmaß, etwa 215/65 R16C, kennzeichnet einen verstärkten Reifen für leichte Nutzfahrzeuge. An der Geometrie ändert das nichts, an der Tragfähigkeit sehr wohl. Sie ist dann meist doppelt angegeben, etwa 109/107, für Einzel- und Zwillingsbereifung. Und schließlich gibt es Felgenmaße in Millimetern statt Zoll – die alten TRX-Räder mit Größen wie 190/65 R 390. Auch die liest der Rechner.
Nicht berechnen lassen sich dagegen alte Zoll-Diagonalgrößen wie 7.50-16. Dort ist nur die Breite in Zoll angegeben, ein genormter Querschnitt existiert nicht – der Durchmesser steht im Datenblatt des Herstellers und lässt sich aus der Bezeichnung nicht herleiten. Der Rechner sagt das ausdrücklich, statt eine Zahl zu erfinden.
Breiter ist nicht automatisch größer
Ein häufiges Missverständnis: Eine breitere Größe muss nicht mehr Durchmesser haben. Weil der Querschnitt ein Prozentwert der Breite ist, wächst mit der Breite zwar die Flanke, aber nur, wenn die zweite Zahl gleich bleibt. Von 205/55 R16 auf 225/55 R16 steigt der Umfang um 3,5 Prozent. Von 205/55 R16 auf 225/50 R16 fällt er dagegen um 0,1 Prozent, obwohl der Reifen 20 mm breiter ist.
Dasselbe Prinzip trägt das sogenannte Plus-Sizing: größere Felge, flachere Flanke, gleicher Außendurchmesser. 195/65 R15, 205/55 R16 und 225/45 R17 liegen alle innerhalb eines halben Prozents beieinander – sie sehen sehr verschieden aus und rollen praktisch gleich weit.
Was die Einpresstiefe mit dem Ergebnis zu tun hat
Der Reifen bestimmt den Umfang, die Felge bestimmt die Lage des Rades im Radhaus. Wer nur die Größe wechselt, kann diesen Teil überspringen. Wer die Felge mitwechselt, braucht eine zweite Zahl: die Einpresstiefe, auf der Felgeninnenseite eingeprägt als ET mit einer Zahl in Millimetern, etwa ET35.
Die Einpresstiefe ist der Abstand zwischen der Nabenauflage, also der Fläche, mit der das Rad an der Bremsscheibe anliegt, und der Mittelebene der Felge. Die Nabenauflage sitzt fest am Fahrzeug; sie ist deshalb der Bezugspunkt für alles Weitere. Ein positiver ET-Wert heißt: die Auflage liegt weiter außen als die Radmitte, das Rad rückt also nach innen.
Daraus folgt eine Regel, die sich niemand merken muss, weil der Rechner sie anwendet: weniger ET heißt weiter außen. Von ET45 auf ET35 wandert jedes Rad 10 mm nach außen, die Spurweite der Achse wächst um 20 mm – zweimal 10 mm, einmal links und einmal rechts. Genau um diesen Betrag rückt auch die äußere Reifenflanke näher an den Kotflügel.
Die Reifenbreite kommt dazu und wirkt anders. Sie verteilt sich gleichmäßig nach beiden Seiten. 20 mm mehr Reifenbreite bei unveränderter Einpresstiefe bedeuten 10 mm mehr nach außen und 10 mm mehr nach innen, ohne dass sich die Spurweite ändert. Deshalb gibt der Rechner beide Kanten getrennt aus: Der Kotflügel begrenzt die eine Seite, Federbein und Achsteile die andere.
Dass der Reifen vom Radhaus abgedeckt sein muss, ist keine Geschmacksfrage. § 36a StVZO verlangt für die Räder von Kraftfahrzeugen ausreichend wirksame Abdeckungen – Kotflügel, Schmutzfänger oder Radhaus. Ein Rad, das seitlich übersteht, ist damit nicht abgedeckt.
Welche Felgenbreite zu welcher Reifenbreite passt
Ein Reifen sitzt nur dann richtig auf der Felge, wenn die Maulweite – der Abstand zwischen den beiden Felgenhörnern, in Zoll angegeben – zur Nennbreite des Reifens passt. Ist die Felge zu schmal, wird die Lauffläche rund gezogen und trägt in der Mitte; ist sie zu breit, steht die Flanke zu steil und die Reifenschulter wird überlastet. Beides kostet Grip und Laufleistung.
Die verbindliche Zuordnung steht in den ETRTO-Unterlagen und beim Reifenhersteller; sie hängt auch am Querschnitt. Als Orientierung gilt: die Maulweite liegt üblicherweise zwischen 66 und 92 Prozent der Nennbreite, bei flachen Querschnitten eher am oberen Ende. Der Rechner meldet sich, wenn die eingetragene Felgenbreite außerhalb dieses Bereichs liegt – als Hinweis, nicht als Urteil.
| Reifenbreite | von | üblich | bis |
|---|---|---|---|
| 175 mm | 5,0″ | 5,5″ | 6,0″ |
| 185 mm | 5,0″ | 6,0″ | 6,5″ |
| 195 mm | 5,5″ | 6,0″ | 7,0″ |
| 205 mm | 5,5″ | 6,5″ | 7,0″ |
| 215 mm | 6,0″ | 6,5″ | 7,5″ |
| 225 mm | 6,0″ | 7,0″ | 8,0″ |
| 235 mm | 6,5″ | 7,5″ | 8,5″ |
| 245 mm | 6,5″ | 7,5″ | 8,5″ |
| 255 mm | 7,0″ | 8,0″ | 9,0″ |
| 265 mm | 7,0″ | 8,0″ | 9,5″ |
| 275 mm | 7,5″ | 8,5″ | 9,5″ |
| 285 mm | 7,5″ | 9,0″ | 10,0″ |
Was Distanzscheiben ändern und was nicht
Eine Distanzscheibe – auch Spurverbreiterung genannt – legt sich zwischen Nabe und Felge und schiebt das Rad um ihre Dicke nach außen. Rechnerisch ist sie damit dasselbe wie eine kleinere Einpresstiefe: 10 mm Scheibe auf einer ET35-Felge wirken wie ET25. Der Rechner behandelt beides identisch und weist die Umrechnung mit aus.
Was sie nicht ändert: Abrollumfang, Durchmesser, Tacho, Kilometerzähler. Diese Zahlen hängen allein am Reifen. Was sie sehr wohl ändert, neben der Spurweite: die Belastung der Radlager, den Lenkrollradius und damit das Verhalten beim Bremsen auf unterschiedlichem Untergrund.
Praktisch wichtig ist außerdem die Befestigung. Ab etwa 5 mm Dicke reichen die Serienschrauben nicht mehr; es braucht längere Schrauben oder Bolzen mit unveränderter Einschraubtiefe, und die Scheibe muss zentrierend sitzen. In Deutschland brauchen Distanzscheiben eine ABE oder ein Teilegutachten, und die Papiere gehören mitgeführt oder eingetragen. Der Rechner liefert die Geometrie – die Zulassungsfrage beantwortet er nicht.
Was der Reifenrechner nicht wissen kann
Er kennt die Bezeichnung, nicht das Fahrzeug. Damit bleiben mehrere Fragen offen, die keine Rechnung beantwortet:
- Freigängigkeit. Ob der Reifen bei vollem Lenkeinschlag und eingefederter Achse am Radhaus, an der Federbeinschale oder an der Bremse streift, sagt nur die Anprobe.
- Felgenmaulweite. Der Rechner prüft sie gegen eine Faustregel. Die verbindlichen Bereiche hängen am Querschnitt und stehen in den ETRTO-Unterlagen des Reifenherstellers.
- Zulassung von Rad und Distanzscheibe. Ob eine Felgen-Reifen-Kombination an Ihrem Fahrzeug gefahren werden darf, steht in der ABE, im Teilegutachten oder in den Fahrzeugpapieren, nicht in einer Rechnung.
- Einfederung im Betrieb. Der berechnete Abrollumfang gilt für den freien Reifen. Der tatsächliche hängt von Last, Luftdruck und Bauart ab und weicht um etwa drei Prozent nach unten ab.
- Tachokalibrierung ab Werk. Wie stark der Tacho bereits vorgeht, weiß nur der Hersteller. Der Rechner zeigt deshalb die Änderung, nicht den absoluten Anzeigefehler.
Alternative Reifengrößen suchen
Wenn Sie die neue Größe noch gar nicht kennen, ist der Vergleich der falsche Weg herum. Der zweite Rechner geht in die Gegenrichtung. Er nimmt eine Größe und listet alle Reifengrößen mit passendem Abrollumfang auf, sortiert nach der Abweichung, wahlweise auf derselben Felge oder ein bis zwei Zoll größer. Das Ergebnis lässt sich anschließend hier gegenprüfen – beide Werkzeuge rechnen mit denselben Formeln und müssen deshalb dieselbe Zahl liefern.
Häufige Fragen zum Reifenrechner
Wie viel Abweichung beim Abrollumfang ist erlaubt?
In der Werkstatt gilt die Faustregel −2,5 % bis +1,5 %. Ein Gesetz ist das nicht. Rechtlich zählt allein, ob die Größe für das Fahrzeug freigegeben ist: sie muss in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter 15.1 und 15.2 stehen, in der CoC-Bescheinigung unter den Ziffern 32 und 50, oder über ein Gutachten nach § 19 StVZO eingetragen werden.
Zeigt der Tacho bei größeren Reifen zu wenig an?
Ja. Der Tacho zählt Radumdrehungen und rechnet mit dem Abrollumfang, für den er ab Werk abgeglichen wurde. Ein größerer Reifen legt pro Umdrehung mehr Strecke zurück, das Fahrzeug fährt also schneller als angezeigt. Genau diese Richtung erlaubt die Vorschrift nicht: die Anzeige darf nie unter der tatsächlichen Geschwindigkeit liegen.
Was bedeutet 225/45 R17 94Y?
225 ist die Nennbreite in Millimetern, 45 der Querschnitt in Prozent der Breite, also 101,25 mm Flankenhöhe. R steht für Radialbauart, 17 für den Felgendurchmesser in Zoll. 94 ist der Tragfähigkeitsindex und entspricht 670 kg je Reifen, Y der Geschwindigkeitsindex für bis zu 300 km/h.
Wie berechnet man den Abrollumfang eines Reifens?
Zuerst der Außendurchmesser: Felgendurchmesser in Zoll mal 25,4 plus zweimal die Flankenhöhe. Der Abrollumfang ist dann π mal dieser Durchmesser. Für 205/55 R16 sind das 406,4 + 2 × 112,75 = 631,9 mm Durchmesser und 1985,2 mm Umfang.
Warum ist der tatsächliche Abrollumfang kleiner als der berechnete?
Weil der Reifen unter dem Gewicht des Fahrzeugs einfedert. Die Strecke pro Umdrehung ist deshalb etwa drei Prozent kürzer als der geometrische Umfang des freien Reifens. Für den Vergleich zweier Größen spielt das keine Rolle: beide Werte hängen linear vom Durchmesser ab, die prozentuale Abweichung bleibt dieselbe.
Werden meine Eingaben gespeichert oder an einen Server gesendet?
Nein. Die gesamte Berechnung läuft als JavaScript in Ihrem Browser. Die eingegebenen Größen verlassen das Gerät nicht und werden nirgends gespeichert. Nach dem ersten Laden funktioniert der Rechner auch ohne Internetverbindung.
Was bedeutet eine Reifengröße ohne Querschnitt, etwa 195 R 14?
Fehlt die zweite Zahl, handelt es sich um die 82er-Reihe: die Flankenhöhe beträgt 82 Prozent der Breite. 195 R 14 entspricht also 195/82 R 14 und ergibt einen Außendurchmesser von 675,4 mm. Der Rechner ergänzt den Wert und weist darauf hin.
Warum steht H beim Geschwindigkeitsindex zwischen U und V?
Aus historischen Gründen. H stand lange allein für schnelle Reifen, bevor die durchgehende Buchstabenreihe eingeführt wurde. Beim Einsortieren blieb der Buchstabe an seinem Geschwindigkeitswert von 210 km/h und liegt damit zwischen U mit 200 und V mit 240 km/h.
Ändert eine breitere Reifengröße den Abrollumfang?
Nur mittelbar. Der Querschnitt ist ein Prozentwert der Breite, deshalb wächst mit der Breite auch die Flanke, wenn die Zahl dahinter gleich bleibt. Von 205/55 R16 auf 225/55 R16 steigt der Umfang um 3,5 Prozent. Bleibt der Durchmesser gleich, muss der Querschnitt entsprechend kleiner werden.
Wie stark verändert ein Reifenwechsel den Kilometerstand?
Im gleichen Verhältnis wie den Abrollumfang. Bei 7,5 Prozent mehr Umfang zeigt der Zähler nach 1000 angezeigten Kilometern rund 1075 tatsächlich gefahrene Kilometer an – der Wagen läuft also mehr, als der Zähler behauptet.
Was ist ein C-Reifen und ändert das C die Berechnung?
Das C hinter dem Felgenmaß, etwa 215/65 R16C, kennzeichnet einen verstärkten Reifen für leichte Nutzfahrzeuge. An der Geometrie ändert es nichts: Durchmesser und Abrollumfang werden genauso berechnet. Es ändert die Tragfähigkeit, die dann oft doppelt angegeben ist, etwa 109/107 für Einzel- und Zwillingsbereifung.
Was bedeutet eine Zollgröße wie 31x10.50 R15?
Diese vor allem an Geländewagen übliche Schreibweise nennt die Maße direkt: 31 Zoll Außendurchmesser, 10,50 Zoll Laufflächenbreite, 15 Zoll Felgendurchmesser. Umgerechnet sind das 787,4 mm Durchmesser und 266,7 mm Breite. Ein Querschnitt in Prozent steht nicht dabei, er ergibt sich aus den beiden Maßen.
Ersetzt der Rechner die Freigabe für eine Reifengröße?
Nein. Der Rechner sagt, wie sich Durchmesser, Umfang und Tacho ändern. Er kennt weder die Radhäuser noch die Federung, die zulässige Felgenmaulweite oder die Traglastanforderung Ihres Fahrzeugs. Ob eine Größe gefahren werden darf, steht in den Fahrzeugpapieren oder im Gutachten für die Eintragung.
Was bedeutet ET bei einer Felge?
ET steht für Einpresstiefe: den Abstand in Millimetern zwischen der Nabenauflage des Rades und seiner Mittelebene. Der Wert ist auf der Felgeninnenseite eingeprägt, etwa ET35. Ein positiver Wert heißt, dass die Auflagefläche weiter außen liegt als die Radmitte – das Rad sitzt dadurch weiter innen im Radhaus.
Um wie viel ändert sich die Spurweite bei einer anderen ET?
Um das Doppelte der ET-Differenz, weil beide Räder einer Achse gleich weit wandern. Von ET45 auf ET35 rückt jedes Rad 10 mm nach außen, die Spurweite wächst also um 20 mm. Weniger ET heißt immer weiter außen, mehr ET heißt weiter innen.
Wirken Distanzscheiben wie eine kleinere Einpresstiefe?
Rechnerisch ja. Eine 10 mm dicke Distanzscheibe auf einer ET35-Felge ergibt dieselbe Radlage wie eine ET25-Felge. Am Reifen selbst ändert sich nichts: Abrollumfang, Durchmesser und Tachoanzeige bleiben gleich. In Deutschland brauchen Distanzscheiben eine ABE oder ein Teilegutachten, und ab etwa 5 mm Dicke auch längere Radschrauben.
Welche Felgenbreite passt zu meiner Reifenbreite?
Als Faustregel liegt die Maulweite zwischen 66 und 92 Prozent der Nennbreite des Reifens, bei flachen Querschnitten eher am oberen Ende. Zu 225 mm passen damit etwa 6,0″ bis 8,0″, üblich sind 7,0″. Verbindlich ist die ETRTO-Zuordnung des Reifenherstellers, die zusätzlich vom Querschnitt abhängt.